Sprachförderkonzept

 

 

 

Konzept zur Sprachförderung in den Spielgruppen Ämmefröschli Biberist

 

 

 

 

 

Inhaltsverzeichnis

 

Einleitung

 

1. Die vier Leitsätze in der Sprachförderung, die 6 Leitlinien des Fachkonzepts

 

2. Ausgangslage / Rahmenbedingungen

 

3. Auftrag

 

4. Ziele

 

5. Pädagogischer Ansatz

 

6. Methodisches Vorgehen im Alltag (implizit)

 

7. Spezielle Angebote und Massnahmen (explizit)

 

8. Erfassung des Sprachstandes bei Kindern nicht deutscher Erstsprache

 

9. Beobachtung des Sprachverhaltens / Sprachentwicklung

 

10. Zusammenarbeit mit Eltern

 

11. Weiterbildungen der Spielgruppenleiterinnen

 

 

 

 

 

Einleitung

 

Was wollen Kinder?

 

Kinder wollen gesehen, gehört und verstanden werden. Egal ob sie die Umgangssprache schon sprechen und verstehen oder in ihrer Sprachentwicklung noch nicht so weit sind.

 

Die Sprachentwicklung eines Kindes ist unmittelbar mit der Entwicklung der Wahrnehmung, der Motorik, des Denkens und des sozialemotionalen Erlebnisbereiches verbunden.

 

Unsere Sprachförderung richtet sich an alle Kinder, unabhängig ihres Alters oder ihrer Herkunft.
Sprachförderung erfordert stets ganzheitliches Lernen mit allen Sinnen.

 

Sprache, Motorik und Sinneswahrnehmung sind voneinander abhängig.
In der Praxis geht es darum, mit Spass und Fantasie die kreative Lust am Spiel mit der Sprache zu fördern.
Begeisterung ist der Schlüssel zum Lernerfolg, der nicht durch äusseren Druck zu Stande kommt, sondern durch die kindliche Neugier, die es zu wecken gilt.

Die Sprache hilft den Kindern, ihre Gefühle auszudrücken, Kontakt mit andern zu schaffen, die Welt zu begreifen und Wissen anzueignen.
Die Spielgruppenleiterinnen sind mit den Kindern ständig im Gespräch, erzählen Geschichten, singen und plaudern.

 

Sie fördern die Fantasie und lassen Ideen zu, ohne diese zu werten.

 

Eigeninitiative wird unterstützt und Emotionen dürfen erlebt und akzeptiert werden.
Wir vermitteln den Kindern Freude an der Kommunikation, indem wir ihnen zuhören, erzählen, singen und Vorbild sind.

 

Wir regen unsererseits die Kinder an, zu erzählen und sich den andern mitzuteilen.

 

Bei Kindern, die noch nicht sprechen, achten wir auf nonverbale Kommunikation, beobachten intensiv und sind ständig in Kontakt mit ihnen.

 

 

 

 

 

1. Die vier Leitsätze in der Sprachförderung und die 6 Leitlinien des Fachkonzepts

 

Die vier Leitsätze

 

1. Beziehung wird über Sprache aufgebaut - Sprache wird über Beziehung gelernt.

 

2. Sprache findet im Alltag statt.

 

3. Sprache ist Teil der Gesamtentwicklung.

 

4. Sprache ist Teil der kulturellen Identität.

 

 

 

Die sechs Leitlinien

 

1. Gesprächsanlässe im Alltag erkennen und nutzen.

 

2. Gespräch unter Kindern ermöglichen und zulassen.

 

3. Qualität der Interaktion sicherstellen.

 

4. Sprache vielfältig gebrauchen.

 

5. Zugänge zur frühen Literalität öffnen = ermöglichen.

 

6. Mehrsprachigkeit wertschätzen und unterstützen.

 

Zu diesen Leitlinien finden sich unter www.kinder-4.ch viele Videobeispiele, welche auch in der Elternarbeit genutzt werden können.

 

 

 

Auf diesen 4 Leitsätzen zur Sprachförderung und den 6 Leitlinien des Fachkonzepts »Frühe Sprachbildung« der Bildungsdirektion des Kantons Zürich, sowie der Fokuspublikation Integration des Orientierungsrahmens für frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung gründet unser Sprachförderkonzept.

 

 

 

2. Ausgangslage / Rahmenbedingungen

 

In der Spielgruppe Ämmefröschli treffen sich Kinder ab ca. 2 Jahren (Stichtag 31. Juli) bis zum Kindergarteneintritt ein – oder mehrmals wöchentlich.

 

Eine Gruppe umfasst in der Regel 12 Kinder. Die Kindergruppen sind konstant.

 

Eine Gruppe wird von zwei Leiterinnen geleitet. Die Spielgruppenleiterinnen orientieren sich an einem Leitbild / pädagogischen Konzept. Dieses beinhaltet die pädagogischen Ziele des Orientierungsrahmens FBBE und der Spielgruppenpädagogik.

 

Die Spielgruppe Ämmefröschli bietet frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung und unterstützt die soziale, emotionale, kognitive, körperliche, sprachliche und psychische Entwicklung von allen Kindern zu eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten.
Das zentrale Bildungsmittel in diesem Alter ist das Spiel, welches in der Spielgruppe im Mittelpunkt steht.

 

Die Spielgruppe Ämmefröschli versteht sich als Bildungsinstitution. Sie ist Teil eines Netzes zur frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung und Ergänzung zur Familie.

 

Bildung bezieht sich hier auf die individuellen Bildungsprozesse des Kindes. Sie umfasst die Aneignungstätigkeit des Kindes, sich ein Bild von der Welt zu konstruieren. Bildung wird in diesem Sinne als der Beitrag des Kindes zu seiner Entwicklung verstanden.
Erziehung und Betreuung sind die Beiträge der Erwachsenen zur Bildungs- und Entwicklungsförderung von Kindern.
Erziehung bezeichnet die Gestaltung einer anregungsreichen Bildungsumwelt, in der die Erwachsenen Kindern vielseitige Lerngelegenheiten bereitstellen.
Betreuung meint die soziale Unterstützung, die Versorgung und Pflege der Kinder, die emotionale Zuwendung, den Schutz vor Gefahren sowie den Aufbau von wichtigen persönlichen Beziehungen.

 

 

 

 

3. Auftrag

 

Per Regierungsratsbeschluss, an die Gemeinden versendet am 10.11.20, will der Kanton Solothurn erreichen, dass in jeder Gemeinde des Kantons Solothurn ein bedarfsgerechtes Angebot für die vorschulische Sprachförderung geschaffen wird.

 

Darin werden Spielgruppen explizit als Institutionen erwähnt, die es zu berücksichtigen gilt!

 

 

 

Auch ohne Auftrag der Gemeinde Biberist werden alle Kinder der Spielgruppe Ämmefröschli seit der Gründung der Spielgruppe (2017) in der Sprachbildung unterstütz und sprachlich gefördert, sowie Kinder mit einer anderen Erstsprache im Erwerb der Zweitsprache gefördert und unterstützt.

 

 

 

4. Ziele

 

Die Kinder sollen:

 

· Freude und Spass an der Umgebungssprache haben.

 

· mit der Sprache kreativ umgehen.

 

· ihren passiven und aktiven Wortschatz erweitern und festigen.

 

· die Sprache zur verbalen Konfliktlösung benutzen lernen.

 

· die Sprachkompetenz erweitern, durch:
- rhythmisches Sprechen, Verse, Lieder
- Bewegungsgeschichten, Bewegungsverse
- Geschichten hören, Buchbetrachtungen und dialogisches Lesen
- unser Vorbild
- der Teilnahme an Gesprächsanlässen, Znünisituation, Garderobensituation etc.

 

· lernen, sich in verschiedenen Situationen sprachlich auszudrücken.

 

· lernen, sich mit anderen zu verständigen und zuzuhören.

 

· die Umgangssprache als Zielsprache erwerben und sie ausbauen.

 

· beim Übertritt in den Kindergarten einen passiven und aktiven Wortschatz zur Verfügung haben, damit sie den Start in den Kindergarten positiv erleben und sich wohlfühlen.

 

 

 

5. Pädagogischer Ansatz zu den 4 Leitsätzen und den 6 Leitlinien

 

1. Leitsatz

 

Beziehung wird über Sprache aufgebaut - Sprache wird über Beziehung gelernt.

 

Damit Sprachförderung gelingt, muss eine wertschätzende Beziehung zum Kind aufgebaut werden.

 

Die richtige Bezeichnung von Gegenständen und Tätigkeiten ist wichtig, um sich zu verständigen, die Welt zu begreifen und zu erfahren. Ein anderer wichtiger Bereich ist der, der Gefühle und der von Beziehungen zu anderen Personen. Kinder wollen sich mitteilen, etwas zeigen, damit die andere Person darauf reagiert.

 

Zum Verständnis solcher Kommunikationen sind drei Aspekte wichtig:
- auf Mimik, Gestik und Körperhaltung achten, denn die Worte werden immer damit verbunden.
- auf Signale und Äusserungen der Kinder achten und dies auch verstehen wollen.

 

- sich seiner Sprachvorbildfunktion als Leiterin bewusst sein.

 

 

 

2. Leitsatz

 

Sprache findet im Alltag statt.

 

Erfolgreiche Sprachförderung begründet darauf kompetent darin zu sein, zu wissen und zu erkennen, wann findet Sprache im Alltag statt, wie findet Sprache im Alltag statt, warum gibt es einen Sprachanlass, wer spricht mit wem usw.

 

Anstelle Sprachsituationen künstlich herbeizuführen ist es die Aufgabe der Spielgruppenleiterin, die Situationen für einen Sprachförderanlass zu sehen und ihn zu nutzen. Hierbei geht es auch darum herauszufinden, welches Kind an welcher Stelle im Spracherwerb steht und an das Vorhandene anzuknüpfen. Darum werden von uns bewusst Erfahrungsfelder geschaffen zum Beispiel durch das Anbieten von verschiedensten Werkmaterialien, Sinnesmaterialien, den Aussenbereich bespielen, Kochen und Backen mit den Kindern, Vernetzung mit den Senioren der Siedlung Egelmoos und des APH Läbesgarten, Teilnahme an kulturellen Anlässen in der Gemeinde, Ausflüge und Reisen....

 

 

 

3. Leitsatz

 

Sprache ist Teil der Gesamtentwicklung.

 

Sprachförderung findet unter Einbezug aller Entwicklungsbereiche statt. Sprache entwickelt sich nie losgelöst von den anderen Entwicklungsbereichen. (Meist fallen Kinder, welche grosse Mühe beim Spracherwerb haben ebenfalls durch fein- und/oder grobmotorische Defizite auf)

 

Die Tätigkeiten des Kindes werden sprachlich begleitet. Seine Tätigkeit versprachlicht. Motorik und Sensorik spielen bei der Sprachförderung eine wichtige Rolle. ( Be -greifen)

 

Als Vorbild in der Sprachförderung versprachliche ich auch mein Handeln, damit das Kind das Gesehene mit dem Gesprochenen verbinden kann. (handlungsbegleitendes Sprechen)

 

Die Entwicklung der Sprache ist sehr eng an die Motorik und Wahrnehmung geknüpft. Zu den Funktionsbereichen Motorik und Wahrnehmung nehmen wir noch Rhythmus und Melodie dazu. Die Verbindung dieser Funktionen mit Sprache, können die Kinder erleben, indem wir sie zu Reimen, Versen und Melodien sich bewegen lassen.

 

 

 

4. Leitsatz

 

Sprache ist Teil der kulturellen Identität.

 

Geschichten, Verse und Lieder vermitteln Teile der Kultur.

 

Die Kultur von zu Hause und die »neue« Kultur.

 

Die Kinder lernen, zwei Sprachen anzuwenden, und deren Andersartigkeit wahrzunehmen. Um sich zu integrieren braucht es die Sprache, das gilt für das Ursprungsland wie für das Migrationsland. Die Zusammenarbeit mit den Eltern ist sehr wichtig, um den Kulturtransfer zu fördern. Die täglichen Erlebnisse des Kindes in der Spielgruppe und natürlich in seiner Familie formen die Persönlichkeit.
Daher ist es von besonderer Wichtigkeit die Sprachen und kulturelle Hintergründe zu respektieren und aufzugreifen. Es ist wichtig, die Kinder in ihrem Beziehungsaufbau zu anderen Kindern zu helfen, um diese zu unterstützen. Bei der Persönlichkeitsbildung geht es darum, das Selbstwertgefühl der Kinder zu stärken. Es ist wichtig, die Eltern bei der Sprachförderung miteinbeziehen, auch Austausch über Fortschritte und Gespräche bei Auffälligkeiten.

 

 

 

1. Leitlinie

 

Gesprächsanlässe im Alltag erkennen und nutzen.

 

Im Alltag gibt es viele Sprachanlässe, sie zu erkennen und zu nutzen ist unsere Hauptaufgabe. Wir fassen zum Beispiel das Gehörte in eigene Worte (paraphrasieren), fragen nach (W-Fragen), ergänzen und versuchen den Sprechfaden nicht abreissen zu lassen. Wir erzählen von eigenen Erlebnissen und laden das Kind ein, sich am Gespräch aktiv zu beteiligen. (Mimik, Gestik und Lautmalereien werden ebenfalls miteinbezogen) Im Mittelpunkt bei solchen Gesprächsanlässen stehen die Interessen der Kinder und das gegenseitige Verstehen.

 

 

 

2. Leitlinie

 

Gespräch unter Kindern ermöglichen und zulassen.

 

Kinder kommunizieren besonders engagiert und ausdauernd mit anderen Kindern, dabei lernen sie mit und voneinander. Dies ist uns sehr bewusst und darum sind die Gruppen in den Spielgruppen Ämmefröschli gemischt und die fremdsprachigen Kinder werden nicht separiert. Unsere Beobachtungen haben gezeigt, dass sogar Kinder derselben Sprache irgendwann im Verlauf des Spielgruppenjahres in der Umgebungssprache miteinander zu kommunizieren versuchen.

 

 

 

3. Leitlinie

 

Qualität der Interaktion sicherstellen.

 

Aktives Zuhören, Zugewandtheit, auf die Beiträge des Kindes eingehen, dem Gespräch einen Rahmen geben, sich im Gespräch mit einem Kind nicht von äusseren Einflüssen ablenken lassen. Dies gelingt, weil wir immer zu zweit die Gruppe betreuen und so viel mehr Zeit für einzelne Kinder und Situationen haben.

 

 

 

4. Leitlinie

 

Sprache vielfältig gebrauchen.

 

Gegenwart, Zukunft, Vergangenheit, Sichtbares, Unsichtbares, Wünsche, Träume, Wissen.

 

In Gesprächsrunden zum Beispiel am Znünitisch wird über Vergangenes oder Gegenwärtiges gesprochen. Ein Kind soll seinen Standpunkt vertreten können, z.B. warum es das Autöli sofort haben möchte. Die Kinder werden von uns mit der Frage: was wäre wenn? dazu animiert, sich über ihre Wünsche, Gedanken zu machen. Mit Fragen zu einer Handlung, wie hast du das gemacht, kann das Kind sein Vorgehen erklären.

 

 

 

5. Leitlinie

 

Zugänge zur frühen Literalität öffnen = ermöglichen.

 

Der Zugang zu Bilderbüchern, Büchern und Bildbänden liegt uns sehr am Herzen.

 

Den Kindern wird auf Wunsch jederzeit ein Bilderbuch oder eine Geschichte erzählt.

 

Die meisten Gruppen erzählen traditionell zu Beginn oder am Schluss der Spielgruppe eine Geschichte oder ein Bilderbuch. Dabei wird darauf geachtet, dass die Geschichten vielfältig erzählt werden z.B. dialogisch, mit Figuren, als Kamishibai etc. damit die fremdsprachigen Kinder mehrere Kanäle erhalten, um den Inhalt der Geschichte zu erfassen.

 

Piktogramme und Schriftzeichen an den Wänden laden zum Sprechen über das Gesehene ein. Lieder, Verse, Reime sind ein fester Bestandteil des Spielgruppenbesuchs.

 

 

 

6. Leitlinie

 

Mehrsprachigkeit wertschätzen und unterstützen.

 

Gleichsprachige Kinder werden nicht getrennt oder aufgefordert in der Spielgruppe nur die Umgebungssprache zu sprechen. Vielmehr sind wir sehr interessiert, an der Fremdsprachigkeit der Kinder und zeigen grosses Interesse dran wie zum Beispiel der Apfel, die Karotte, das Brot etc in der Muttersprache der Kinder heisst.

 

 

 

6. Methodisches Vorgehen im Alltag (implizit)

 

Unser Ziel ist, die Kinder zu befähigen, ihre Anliegen auch sprachlich auszudrücken und Sicherheit im Umgang mit der Sprache und dem Verstehen der Sprache zu gewinnen.
Dies erreichen wir durch:

 

· Blickkontakt zum Kind beim Sprechen.

 

· Dem Kind Zeit lassen zum Zuschauen.

 

· Dem Kind Sicherheit geben, in der Nähe bleiben, eventuell die Hand anbieten, nicht erzwingen.

 

· Aufmerksam sein, spüren, wie geht es dem Kind?

 

· Unterschiede wahrnehmen aber nicht werten! (sprachliche, soziale, Spielverhalten, Kleidung, Zähne, Essen, kulturelle Erziehung)

 

· Rituale, Lieder, Verse als Verbindendes.

 

· Mehr führen und begleiten, ich bin das Sprachrohr für das Kind, denn wenn ein Kind überfordert ist, wird es aggressiv und braucht meine Begleitung!

 

· Zeigen und Gesten dienen der Verständigung.

 

· Einzelne Worte in der Sprache des Kindes können hilfreich sein. Ich spreche nicht in der Sprache des Kindes, auch wenn ich sie beherrsche.

 

· Wort und Bild, Piktogramme und Körpersprache ersetzen fehlende Worte.

 

· Eine Beziehungsperson aufbauen, nicht jedes Kind kann es mit beiden Leiterinnen gleich gut.

 

· Einbezug der Eltern unbedingt notwendig.

 

· Klare Grenzen setzen. Wo sind meine Grenzen und wie setze ich sie um? (Wenn ein Kind jedoch »nein« als erstes Wort aussprechen kann, ist vieles schief gelaufen)

 

· Sprache des Kindes kennen = Respekt und Achtung.

 

· Vorname des Kindes richtig aussprechen = Respekt und Achtung.

 

· Subgruppen zulassen und unterstützen = Identität und wohlfühlen.

 

· Sprachspiele, Reime, Fingerspiele, Lieder, Verse, Geschichten, Bilderbücher

 

· Zuhören und aussprechen lassen.

 

· Die Kinder frei spielen, Materialien erproben, bauen und ungestört toben lassen.

 

· Anregung geben für verbale Konfliktlösungen.

 

· Sprechanlässe schaffen, durch:
- Plaudereien in der Gruppe
- Gespräche über Erlebnisse
- Zeit haben für Einzelgespräche mit den Kindern
- auf das einzelne Kind eingehen
- mit einem Kind alleine etwas spielen, zeichnen, anschauen, etc.

 

· Die Leiterinnen sind Sprachvorbild.

 

 

 

 

7. Spezielle Angebote und Massnahmen (explizit)

 

Angebote, bei denen wir Sprachrituale anwenden, sind:
Begrüssungs- oder Abschlusskreis mit Singen Bilderbücher, Versen, Fingerspielen, Reimen, Bewegungsspielen und Versen.

 

Angebote, bei denen explizit Sprache gefördert wird, sind:

 

Tischspiele wie Memory, Tempo kleine Schnecke etc.

 

Mitspielen im Rollenspielzimmer, Einkaufen, Kochen, Puppenpflege etc.

 

Mitspielen im Konstruktionsraum, Duplotürme, Eisenbahnstrecken bauen, Autogarage etc.

 

 

 

8. Erfassung des Sprachstandes bei Kindern nicht deutscher Erstsprache

 

Um gezielte Angebote zur Sprachförderung anzubieten, erfassen wir den Sprachstand des Kindes. Dies geschieht mit einem Erfassungsbogen. Der Erfassungsbogen fusst auf der Ausbildung an der Berufsfachschule Basel zur Fachfrau frühe Sprachförderung.

 

Erfasst werden, allgemeines Sprachverhalten in verschiedenen Situationen, sprachliche Kompetenz im engeren Sinn, Sprachstand in der Familiensprache, Familiensituation.

 

 

 

9. Beobachtung des Sprachverhaltens / Sprachentwicklung

 

Um die sprachlichen Fähigkeiten der Kinder beurteilen zu können, sind regelmässige Beobachtungen ein wichtiger Bestandteil unserer pädagogischen Arbeit.
Beobachtungen finden bei uns in unterschiedlichen Alltagssituationen, wie z.B. während der Werksequenzen, bei einer Aktivität alleine mit einem Kind oder als Beobachterin einer Freispielsituation statt. So können wir das Kind, seine Besonderheiten und seinen Entwicklungsstand besser kennenlernen.
Sollte ein Kind nicht nur sprachliche Auffälligkeiten zeigen, arbeiten wir mit einem anderen Beobachtungsbogen.
Sollte sich eine starke Auffälligkeit oder Unklarheit ergeben, egal ob sprachlich oder anders gelagert, werden die Eltern benachrichtigt und ein Gespräch vereinbart.
An einem solchen Gespräch nehmen neben den Eltern beide Spielgruppenleiterinnen teil. In schwierigen Situationen wird ein Protokoll erstellt.

 

10. Zusammenarbeit mit Eltern

 

Die Spielgruppe Ämmefröschli fördert Elternkontakte / Elternbildung, indem sie Eltern in die Spielgruppenarbeit einbezieht sowie Austauschgefässe wie Elternabende, Elternveranstaltungen und Elterngespräche anbietet.
Die Spielgruppe Ämmefröschli ist für Kinder und Eltern mit Migrationshintergrund ein wichtiger Schritt zur Integration, ebenso für Kinder mit besonderen Bedürfnissen. Ein Spielgruppenbesuch erleichtert den Start in den zukünftigen Schulalltag für alle Kinder und ist somit ein Beitrag zur Chancengleichheit.

 

Die Zusammenarbeit gestalten wir auf vielfältige Weise:

 

· Tür– und Angelgespräche, Telefon und WhatsApp Kontakte über das Tagesgeschehen.

 

· Gezielte Elterngespräche finden nur bei Auffälligkeiten oder auf Wunsch der Eltern statt. Vor dem Kindergarteneintritt kann auf Wunsch der Eltern ein Beobachtungsbogen ausgefüllt werden, der mit den Eltern ausgewertet wird.

 

· Wir veröffentlichen die gelernten Lieder, Verse, Reime auf unserer Homepage.

 

· Fotos und Videos sind immer verfremdet, wenn sie auf den sozialen Medien geteilt werden.

 

· Das Video der Geburtstagsfeierlichkeit wird an die Eltern persönlich versendet.

 

· Es finden Elternabende und Elterninfos statt.

 

· Alle Infos werden zusätzlich schriftlich abgegeben.

 

 

 

11. Weiterbildungen der Spielgruppenleiterinnen

 

Um die Ziele der frühen Sprachförderung zu erfüllen, bilden sich die Spielgruppenleiterinnen regelmässig in Weiterbildungskursen und Seminaren zum Thema weiter.

 


Folgende Themen werden mit dem Team in regelmässigen Abständen diskutiert:

 

· Umgang mit der Situation der Mitarbeiterinnen mit einer anderen Muttersprache / Dialekt / Standardsprache

 

· Ein ganzheitlicher Sprachförderungsansatz für alle Kinder.

 

· Gestaltung einer ganzheitlichen Sprachförderung im Alltag.

 

· Was tun bei Sprachauffälligkeiten.

 

· Einbezug der Eltern in die Sprachförderung, die Wichtigkeit der Erstsprache und der Literacyerziehung zu Hause.